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Politik ist Debatte - Lass uns diskutieren

Das kantonale Komitee für die Biodiversitätsinitiative steht - weshalb ich mich für dieses wichtige Anliegen engagiere.

9/6/2024

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Stabile Ökosysteme sind die Voraussetzung für unseren Wohlstand. Langfristig sind sie für unser Überleben unverzichtbar. Ohne eine bunte Artenvielfalt sind sie aber in Gefahr.

Die Schweiz ist reich an unterschiedlichsten Lebensräumen - Auch dank der grossen Vielfalt an Nutzungen unserer Landschaften. Als Bewohner:innen dieses Landes sind wir gleich mehrfach von der vielfältigen Natur abhängig, die sich darin entwickeln kann. Einerseits prägt sie das Bild unserer Heimat, fördert unser Wohlbefinden und unsere physische und psychische Gesundheit. Andererseits schafft sie Sicherheit für unseren Siedlungsraum, in dem sie helfen kann, Gewässer zu regulieren, Erosion zu bremsen und z.B. Hänge zu befestigen. Nicht zuletzt geht es aber auch um ganz handfeste wirtschaftliche Anliegen: Von der Pharmaindustrie und der Nahrungsmittelproduktion bis zum Tourismus sind die verschiedensten Branchen ganz direkt von einer vielfältigen Natur abhängig - ganz besonders gilt das aber für die Holz- und Landwirtschaft.

Ressource in Gefahr
Leider befindet sich unsere Lebensgrundlage in einem alarmierenden Zustand. Die Hälfte der Lebensräume in unserem Land sind von der Vernichtung bedroht. Dadurch sind mehr als dreissig Prozent aller heimischen Tier- und Pflanzenarten gefährdet oder bereits ausgestorben. Um diesen anhaltenden Abwärtstrend zu stoppen, brauchen wir endlich griffige Massnahmen - Sonst drohen uns Kosten in Milliardenhöhe.

Besondere Rolle des urbanen Raums
Untersuchungen zeigen, dass ausgerechnet die dicht besiedelten städtischen Räume mit einer ausserordentlich hohen Biodiversität aufwarten können. Gerade innerstädtische Transformationsareale haben nachweislich sehr grosse Potentiale für den Schutz der Artenvielfalt. Die städtische und suburbane Politik ist hier besonders in der Verantwortung, ihren Beitrag zu leisten.

Hand in Hand mit Landwirtschaft und Energiewende
Kein Wirtschaftszweig engagiert sich bereits heute auf so grosser Fläche für den Erhalt der Biodiversität wie die Landwirtschaft. Die Entwicklung zeigt aber, dass die Massnahmen, die sie aus eigenen Anstrengungen leisten kann, für den Erhalt unserer Lebensgrundlagen nicht ausreichen. Mit Annahme der Initiative werden Bauernfamilien besser dafür entschädigt, dass sie Sorge zur Natur tragen. Auf vielen Flächen lassen sich Schutz und Nutzung kombinieren. Sehr gute Beispiele dafür finden sich bereits heute etwa im "grossen Moos" im Seeland, im Biosphärenreservat Entlebuch oder im Naturpark Thal, sowie nahezu flächendeckend in der alpinen Landwirtschaft.

Biodiversitäts- und Klimakrise zusammen angehen
Mit dem Ja zum neuen Stromgesetz konnten wir heute einen wichtigen Erfolg für den Klimaschutz erzielen. Als Vorstandsmitglied von Casafair Nordwestschweiz bin ich überzeugt, dass 80 Prozent des dringend nötigen Zubaus für die Energiewende auf bestehenden Gebäuden und Infrastrukturen erfolgen muss. Nur so kann der Ausbau der erneuerbaren Energien dort erfolgen, wo das so verträglich wie möglich ist und im Idealfall die Energie direkt auch verbraucht wird. Deshalb haben wir uns auch für diese Vorlage stark gemacht das Stromgesetz.

Breite Allianz für Natur UND Kulturland

Die Initiative "Für die Zukunft unserer Natur und Landschaft" (Biodiversitätsinitiative) schafft gleich lange Spiesse im Schutz von Kulturland, schutzwürdigen Landschaften, Bauten und Ortsbildern sowie der Artenvielfalt. So konnte ein grosses Netzwerk von Organisationen hinter den Zielen der Initiative vereinigt werden. Nachdem der Ständerat letzten Herbst einen vernünftigen Gegenvorschlag gegen den Willen der grossen Kammer versenkt hat, zeigt sich das nun auch in der Breite des kantonalen Abstimmungskomitees.

hristoph Eymann, Brigitte Kühne, Anina Ineichen, Juerg Stoecklin, Thomas Grossenbacher, Marc Keller, Patricia Holm, Lukas Bollack, Ulrike Schnurrenberger, Enrica S., Oliver Thommen, Jean-Luc Perret

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Stellen wir ein paar Fragen zur Drogenpolitik der letzten Jahrzehnte

7/6/2024

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Mit der Einführung des Vier-Säulen-Modells hat die Schweiz ab 1991 Revolutionäres geleistet. Erschüttert durch die Zustände in den offenen Drogenszenen - vor allem der Städte Zürich, Bern und Basel - setzte sich die Erkenntnis durch, dass der rein repressive Ansatz der Vergangenheit gescheitert war. Auf dem Fundament der vier Säulen Prävention, Therapie, Schadensminderung und Kontrolle wurde eine Politik entwickelt, die schnell sehr erfolgreich wurden und damit weltweit für Aufsehen sorgt.

Das (offen sichtbare) Elend der Konsumierenden und die Zahl der Drogentoten nahmen genauso rapide ab, wie die Beschaffungskriminalität.
Auch die Herausforderungen der späten 90er Jahre - Stichwort Basel als A-Stadt (Abwanderung junger mittelständischer Familien steigert den Anteil Alter, Armer, Auszubildender, Arbeitsloser, Ausländer, Asylbewerber und Ausgegrenzter) - liessen sich scheinbar mit einem pragmatischen Eingreifen der Behörden im Rahmen der "Aktion 98" rasch in den Griff bekommen.


Ist das wirklich die ganze Geschichte?
Seit letztem Sommer ist die Basler Drogenszene aber wieder im medialen Diskurs angekommen - wovor Anwohner:innen der betroffenen Quartiere, Konsumierende und Fachpersonen seit Jahren warnen, tritt zu Tage: Das System ist massiv überlastet, ja mit neuen Konsumgewohnheiten und ihren Folgen teilweise überfordert.


Haben in den 90er Jahren also Faktoren zu der erlebten Verbesserung der Situation beigetragen, welche nicht im Fokus der Vier-Säulen-Politik standen? Oder gibt es andere Ursachen, weshalb diese nicht mehr zu greifen scheint? Solche und ähnliche Fragen darf ich unseren Gästen am Dienstag, den 11.06.2024 ab 19:00 Uhr stellen, wenn es wieder heisst "d'Spaale laadet in d'Baiz", dieses Mal im LoLa - Quartiertreffpunkt St. Johann.

Auf dem Panel finden sich:

Dr. Melanie Nussbaumer Grossrätin SP, Mitglied Gesundheits- und Sozialkommission
PD Dr. med. Marc Vogel Chefarzt, Zentrum für Abhängigkeitserkrankungen UPK
Prof. em. Dr. Ueli Mäder Soziologe, Autor „Mein Bruder Marco“
Thomas Kessler ehem. Drogendelegierter BS, politischer Berater
Nicolas P. Genesender Süchtiger


Daneben freuen wir uns aber ganz besonders auf eine lebhafte Diskussion mit einem engagierten Publikum.

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Sag Basel, wie hast du’s mit dem Bauen?

22/4/2024

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Vorspiel zum ganzen Theater
Wie in allen grossen Städten gehören fehlender Wohnraum und die steigenden Miet- und Immobilienpreise auch im Kanton Basel-Stadt zu den dringendsten Sorgen der Bevölkerung. So sind die «Wohnschutzinitiative» von 2018 und die Durchsetzungsinitiative «Ja zu ECHTEM Wohnschutz» von 2021 als Reaktionen auf einen überhitzten Immobilienmarkt, grosse Wohnungsnot und eskalierende Preise zu verstehen. Diese wurden nicht ohne Grund, sondern parallel zu und ergänzend zu einem breiten Strauss von Massnahmen behördlicher Wohnraumförderpolitik ergriffen.

Prolog – The Sky Is the Limit
Bereits 2001 hat der Regierungsrat erste sehr erfolgreiche Wohnraumpolitische Massnahmen aufgegleist. Mit dem vorausschauenden Impulsprojekt «Logis Bâle - „5000 Wohnungen in 10 Jahren“» wurde die Richtung der Basler Immobilienpolitik des bisherigen 21. Jahrhunderts vorgegeben: Durch gezielte Anreize Investor:innen dazu bringen, den Basler Immobilienbestand zu entwickeln und zu ergänzen. Ursprünglich eine Massnahme zur Bekämpfung der Stadtflucht, wurden die wichtigsten Elemente dieser Politik schliesslich in eine Fachstelle überführt, mit dem Auftrag die Attraktivität des Stadtwohnens zu fördern. Diese erhielt auch Verantwortung und Kompetenz, der aufkommenden Wohnungsnot entgegenzuwirken. Unterstützt wurde diese Absicht ab 2013 durch das neue Wohnraumfördergesetz WRFG. Darin vorgesehen waren erstmals die Möglichkeit für «Darlehen oder finanzielle Beiträge zur Förderung von Wohneigentum in Baugemeinschaften oder alternativen Wohneigentumsmodellen», sowie Beratungsangebote «Zwecks Förderung der Schaffung von neuem und der Sanierung sowie des Um- und Ausbaus von bestehendem Wohnraum, insbesondere im Rahmen privater Investitionen». Für gemeinnützige Wohnbauträger wurden mit der Möglichkeit von Bürgschaften und Vergünstigungen bei der Baurechtsvergabe nochmals deutlich günstigere Bedingungen geschaffen. Gleichzeitig wurden die Anforderungen für den Abriss oder die Umnutzung von Wohnraum neu definiert. In der Folge und getrieben von der konjunkturellen Entwicklung kam es zu einem eigentlichen Bauboom in Basel-Stadt. Dieser führte dazu, dass die Leerwohnungsziffer 2021 erstmals wieder über einem Prozent lag, obwohl seit 2008 laufend mehr Menschen nach Basel gezogen sind. Neben grossen Arealentwicklungen (z.B. Volta, Erlenmatt, Dreispitz) waren dafür auch grosszügige Aufzonungen ausschlaggebend. Ausgerechnet letztere führten aber zu Binnenmigration und Verdrängung.

 «…Dass ich erkenne, was die Welt, Im Innersten zusammenhält…»
Die Umsetzung der Initiativen von 2018 und 2021 mit der heutigen Wohnraumschutzverordnung WRSchV und dem WRFG führten nun ein, was eine grosse Bevölkerungsmehrheit gefordert hatte: Eine verschärfte Bewilligungspflicht mit Mietzinskontrolle bei Um- oder Ersatzneubau. Damit können sie ein wichtiges Korrektiv im Sinne der sozialen Nachhaltigkeit darstellen. Die Fragen bleiben nun: werden sie diesem Anspruch gerecht und welchen Preis bezahlen wir dafür?

Kern der Gesetzgebung ist eine zusätzliche Prüfung der Bauvorhaben durch die neugeschaffene, paritätisch zusammengesetzte Wohnschutzkommission und ein fixer Satz für die Berechnung der maximalen Mietzinsaufschläge. Das betrifft sämtliche mietzinswirksamen Bauvorhaben von Liegenschaften mit mehr als drei Wohnungen. Neubauten auf unbebauten Parzellen, Sanierungen von Einfamilienhäusern bzw kleinen Mehrfamilienhäusern oder Arbeiten im Rahmen des einfachen ordentlichen Unterhalts sind entsprechend nicht betroffen, gemeinnützige Wohnbauträger sind ausgenommen.

Für die zu prüfenden Fälle existiert eine dreifache Fallunterscheidung. 

Vorhaben nicht mietzinsrelevant
Einfaches Prüfverfahren: Projekte werden i.d.R. ohne Einwände genehmigt.

Kleinere Umbauten
Beschleunigtes Verfahren: Bewilligungsfähige Bandbreite der Mietzinsaufschläge liegt bei max. CHF 80.- p.M. für eine Ein- oder Zweizimmerwohnung, CHF 120.- für eine Dreizimmerwohnung bzw. CHF 160.- für eine Vier- oder Fünfzimmerwohnung. Mit einem Satz von aktuell 2.452% (abhängig vom Referenzzins) und der Vorgabe, dass üblicherweise 50% einer Investition als wertvermehrend angesehen werden kann, wenn sie «den überwiegenden Bedürfnissen der Bevölkerung entspricht», ergibt sich so aktuell für eine Einzimmerwohnung ein Investitionsvolumen von knapp CHF 40’000.- welches im vereinfachten Verfahren behandelt werden kann.

Grössere Eindringtiefe / Umbau nach Kündigung durch Eigentümerin
Umfassendes Bewilligungsverfahren: Für jede einzelne Massnahme wird geprüft, ob sie altersbedingt notwendig ist, in mehreren Einheiten standardisiert durchgeführt wird, die Baustruktur schont und zu bedeutenden Energieeinsparungen führt. Zudem muss die Wohnung in derselben Kategorie verbleiben (Wohnungstyp, Zimmerzahl, Wohnfläche und Ausbaustandard). Jede Massnahme, welche diese Kriterien erfüllt, wird i.d.R. hälftig zu 2.452% überwälzt.


 Da steh ich nun, ich armer Tor – und das ist auch gut so!
Mit diesem Mechanismus wurde ein differenziertes und wirkmächtiges Werkzeug geschaffen, um neben der dringend nötigen sozialen auch die ökologische Nachhaltigkeit zu fördern. In der Folge befinden sich die Verantwortlichen der Fachstellen, die Planenden und Ausführenden von Bauprojekten sowie die Eigentümer:innen in einer Phase der Neuorientierung.

Die Methoden und Parameter für die Bewertungen der Liegenschaften im Bestand werden der aktuellen Situation angepasst werden müssen. Damit nachhaltige, energiebewusste, oekologische Instandsetzungen finanziert werden können, muss vermieden werden, dass überbewertete sanierungsbedürftige Bausubstanz mit hohem Erneuerungsbedarf auf dem Markt angeboten werden. Auch neue Vermietungsmodelle wie Kurzzeit- oder Untermiete, Stockwerkeigentums-Verkauf heruntergewirtschafteter Bausubstanz sollten hinterfragt werden.
​
Für CASAFAIR-Mitglieder sind wir zuversichtlich, dass sie einen zeitgemässen Umgang mit ihren Liegenschaften pflegen und wir sie dabei unterstützen können.
 
Chaim Howald
Nanowissenschaftler / Schadstoffexperte
Gebr. Mächler AG Basel
Vorstand Casafair NWCH
Arbeitsgruppe Wohnschutz

Erstveröffentlichung in casanostra Juni 2024
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    Chaim Ben C. Howald - Nanowissenschaftler und Experte für Schadstoffe aller Arten

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