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Politik ist Debatte - Lass uns diskutieren

Der Eigenmietwert ist doof - diese Vorlage aber noch viel doofer!

29/8/2025

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Die Besteuerung von Wohneigentum mit dem heutigen Instrument des Eigenmietwerts führt - auch bei verantwortungsvollen Wohneigentümer:innen - immer wieder zu Diskussionen. Hauptgrund dafür ist wohl, dass wir in der Schweiz an einegrosse Ungleichheit in der Besteuerung zwischen Arbeit und Kapital gewohnt sind. Vielen Menschen erschliesst sich deshalb nicht auf den ersten Blick, weshalb eine Massnahme zum Ausgleich dieses Unterschieds zu mehr Steuergerechtigkeit führt. In erster Linie aus diesem Grund haben wir von Casafair Schweiz / HabitatDurable Suisse uns immer wieder dahingehend geäussert, dass eine bessere Lösung anzustreben sei.

Die aktuelle Vorlage widerspricht den Werten unseres Verbands aber gleich aus mehreren Gründen - lesen Sie hier, weshalb ich ein wuchtiges NEIN empfehle


1) Sie ist nicht fair:

Die Abschaffung der Besteuerung von Wohneigentum führt zu einer Begünstigung einer bestimmten Art von Kapitaleinkünften gegenüber Lohneinkommen. (Die Tatsache, dass ich als Wohneigentümer:in keine Miete bezahle ist nichts anderes als eine Form von Einkünfte auf das investierte Kapital - zusätzlich zur Wertsteigerung der Immobilie.) Damit würden Wohneigentümer:innen gegenüber Mietenden bevorzugt. und der Grundsatz der Gleichbehandlung verletzt.


2) Sie ist sozial nicht nachhaltig:

Zahlen der Eidgenössischen Steuerverwaltung zeigen, dass die Reform jährliche Kosten von mehr als 2.5 Milliarden mit sich bringen könnten. (Die genaue Summe hängt von der Entwicklung des Hypothekarzinses ab.) Aufgrund der existierenden Schuldenbremse müssten diese Mindereinnahmen im Staatshaushalt kompensiert werden. Dafür gibt es zwei Szenarien:

Es werden andere Steuern erhöht - dann bezahlt die gesamte Bevölkerung die Rechnung. (Im besten Fall einkommensabhängig, im schlimmsten Fall z.B. über die MwSt, die untere Einkommen klar benachteiligt, das ist aber ein anderes Thema...) 

Oder es müssen weitere Sparprogramme durchgeführt werden. Die Diskussionen zum Entlastungspaket 27 zeigen, dass darunter in der Regel sozial schwächere Menschen am meisten zu leiden haben.

 
3) Sie ist finanzpolitischer Blödsinn:

Die Einführung der Sondersteuer auf Zweitwohnungen als Kompensation für den Wegfall des Eigenmietwerts auf Zweitwohnungen sorgt dabei für krasse Fehlanreize (Hier sorgt der Eigenmietwert für Anreize, um Wohnraum nicht leer stehen zu lassen.) und ist fiskalpolitische Augenwischerei, schlimmstenfalls verschärft sie den unsinnigen Steuerwettbewerb zwischen den Kantonen und schädigt ohnehin strukturschwache Kantone.


4) Sie ist ökologisch verheerend:

Durch die Abschaffung der Steuerabzüge für ökologische Sanierungen fiele das letzte Mittel finanzielle Anreize für die ökologische Erneuerung des Gebäudeparks zu setzen, wenn mit dem Entlastungspaket 27 das Gebäudeprogramm des Bundes wegfällt. Damit würden Wohneigentümer:innen mit Fokus auf eine ökologisch nachhaltige Bewirtschaftung ihrer Objekte klar benachteiligt. Es ist absehbar, dass der zaghaft begonnene ökologische Umbau des Gebäudeparks damit zum Erliegen käme.


Am 05. September ab 18:30 werden wir im Rahmen eines Kaminfeuergesprächs mit der Präsidentin von Casafair Schweiz über die Thematik diskutieren, um die Kampagne zu eröffnen, dabei aber auch einen fairen und konstruktiven Diskurs zu ermöglichen. 

Ich würde mich sehr freuen, Sie an dem Anlass begrüssen zu dürfen.
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    Chaim Ben C. Howald - Nanowissenschaftler und Experte für Schadstoffe aller Arten

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